{"id":240866,"date":"2022-03-09T16:39:45","date_gmt":"2022-03-09T16:39:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/?p=240866"},"modified":"2022-03-17T16:48:14","modified_gmt":"2022-03-17T16:48:14","slug":"wir-sind-zum-versteck-gelaufen-und-haben-eine-explosion-gesehen-aliona-saporischschja-lwiw","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/de\/wir-sind-zum-versteck-gelaufen-und-haben-eine-explosion-gesehen-aliona-saporischschja-lwiw\/","title":{"rendered":"\u201cWir sind zum Versteck gelaufen und haben eine Explosion gesehen\u201d, Aliona, Saporischschja &#8211; Lwiw"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Illustrated by Katia Didyk<\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Aliona, ihr Ehemann und ihre Tochte Jewa kommen aus Saporischschja. Im friedlichen Leben arbeitete sie als Kauffrau. Nach der Arbeit besuchte sie t\u00e4glich verschiedene Verkaufsstellen und unterhielt sich mit vielen Menschen. Aliona konnte nicht glauben, dass im 21. Jahrhundert ein Krieg ausbrechen k\u00f6nnte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">In Saporischschja gab es Tag und Nacht Luftalarm und Explosionen. Auf den Stra\u00dfen wurden Kontrollpunkte errichtet. \u201cIn Werchnja Chortyzja, einem Stadtteil von Saporischschja wurde etwas in die Luft gesprengt &#8211; es war furchterregend, wir haben das geh\u00f6rt und gesehen. Die Sirene hat uns auf der Stra\u00dfe erwischt, wir haben eine Explosion gesehen, w\u00e4hrend wir zum Versteck gelaufen sind\u201d, erinnert sich die Frau. T\u00e4glich ging ihre Familie seit Kriegsbeginn in den Luftschutzbunker, der in einer Schule eingerichtet wurde. Manchmal warteten sie die Bombenangriffe zu Hause ab.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Aliona und Jewa verlie\u00dfen Saporischschja am siebten Kriegestag. Darauf beharrte ihr Mann, da er sich Sorgen um seine Tochter machte. Auch bef\u00fcrchtete die Familie, dass die Br\u00fccken \u00fcber den Dnipro geschlossen oder in die Luft gesprengt werden k\u00f6nnen. Und um die Stadt verlassen zu k\u00f6nnen, musste Aliona zwei Br\u00fccken \u00fcberqueren.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u201cWir wollten bleiben, wir wollten mit der ganzen Familie, mit unseren Eltern zusammen bleiben. Doch mein Mann hat uns nach Lwiw geschickt, wo es sicherer ist\u201d, erkl\u00e4rt Aliona. <\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-weight: 400;\">\u201cNat\u00fcrlich schmerzt meine Seele wegen meines Mannes, wegen der Verwandschaft, wegen der Stadt. Aber meine Tochter konnte sich in Saporischschja nicht erholen und musste sich endlich entspannen. Sie ist erst acht Jahre alt und geht in die zweite Klasse.\u201d<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Auf dem Weg zum Bahnhof stand Aliona zusammen mit ihrer Tochter lange im Stau in Sorge, ob es einen Evakuierungszug geben w\u00fcrde. Solche Menschen wie sie gab es am Bahnhof eine Menge. Zuerst sollten sie \u00fcber Krywyj Rih fahren, aber der Zug war \u00fcberf\u00fcllt und sie wurden auf den Zug Saporischschja-Lwiw umgeleitet. Unterwegs waren sie 24 Stunden lang.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Derzeit halten sich Aliona und ihre Tochter in einer von den Freiwilligen organisierten Unterkunft in einem Sportclub in Lwiw auf. Dort konnte sich die Frau zum ersten Mal seit Kriegsbeginn in Sicherheit f\u00fchlen und ausschlafen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die jungen Damen nahmen nur eine kleine Reisetasche und einen kleinen Rucksack mit auf die Reise, in welche Kleidung und Dokumente eingepackt wurden. Mit der Suche nach einer Unterkunft half eine Freundin, die dorthin schon fr\u00fcher mit ihren drei Kindern gekommen war. Heute sieht ein gew\u00f6hnlicher Tag von Aliona und ihrer Tochter Jewa so aus: in der Unterkunft bleiben, andere Gefl\u00fcchtete kennenlernen und ein bisschen spazieren gehen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Der Ehemann von Aliona engagiert sich ehrenamtlich in Saporischschja und hilft dabei, ein Spital einzurichten, damit es dort bei milit\u00e4rischen Aktivit\u00e4ten sicherer ist. Freiwillige klebten die Fenster zu und f\u00fcllten S\u00e4cke mit Sand auf, mit welchen Durchg\u00e4nge gesperrt wurden.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Aliona schmiedet keine Pl\u00e4ne und wei\u00df nicht, was sie weiter machen soll. Die Tatsache, dass ihr Kind bei ihr ist, hilft ihr durchzuhalten. Die Frau gibt zu: \u201cIch bin nur wegen meiner Tochter ausgewandert, damit sie in Ruhe ist, das alles nicht sieht und den Luftalarm nicht h\u00f6rt. Sonst w\u00e4re ich geblieben. Saporisschschja ist meine Heimatstadt, mein Zuhause.\u201d<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Illustrated by Katia Didyk Aliona, ihr Ehemann und ihre Tochte Jewa kommen aus Saporischschja. Im friedlichen Leben arbeitete sie als Kauffrau. Nach der Arbeit besuchte sie t\u00e4glich verschiedene Verkaufsstellen und unterhielt sich mit vielen Menschen. Aliona konnte nicht glauben, dass im 21. Jahrhundert ein Krieg ausbrechen k\u00f6nnte. 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