{"id":241131,"date":"2022-03-08T13:50:17","date_gmt":"2022-03-08T13:50:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/in-2014-we-also-hid-in-basements-and-went-to-work-in-the-morning-sofia-30-kyiv\/"},"modified":"2022-03-18T14:19:00","modified_gmt":"2022-03-18T14:19:00","slug":"in-2014-we-also-hid-in-basements-and-went-to-work-in-the-morning-sofia-30-kyiv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/de\/in-2014-we-also-hid-in-basements-and-went-to-work-in-the-morning-sofia-30-kyiv\/","title":{"rendered":"\u201c2014 haben wir uns ebenso in den Kellern versteckt und sind dann morgens zur Arbeit gegangen\u201d, Sofija, 30, Kyjiw"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Illustrated by <span style=\"font-weight: 400;\">Sophia Tomilenko<\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Sofija (aus Sicherheitsgr\u00fcnden hat sie gebeten, ihren Familiennamen nicht anzugeben) aus Kyjiw beantwortet einen Anruf in der Arbeit. Sie ist 30 und Familien\u00e4rztin von Beruf. Wie vor dem Krieg geht sie auch jetzt t\u00e4glich zur Arbeit und empf\u00e4ngt Patienten. Die gibt es heute wesentlich mehr. Sofija erkl\u00e4rt, dass es durch das Frieren in Kellerr\u00e4umen und Nervosit\u00e4t bedingt ist. Erk\u00e4ltungen und <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">nerv\u00f6se Unruhe s<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">ind h\u00e4ufiger geworden, man l\u00e4sst Herzerkrankungen behandeln, manche lassen sich impfen. Es gibt auch deshalb mehr Arbeit, weil viele \u00c4rzte und Pfleger weggefahren sind. Sofija blieb jedoch. Sie wusste schon am 24. Februar, dass sie bleibt, als die ersten Explosionen die Stadt ersch\u00fctterten. In dem Augenblick verstand Sofija, dass Russland die Ukraine \u00fcberfallen hatte. Dann machte sie sich f\u00fcr die Arbeit fertig und ging los, um andere Menschen zu behandeln, die auch w\u00e4hrend des Krieges erkranken k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Dies ist schon die zweite Begegnung mit dem Krieg f\u00fcr die junge Frau. Die erste war 2014. Die Stadt im Gebiet Donezk, wo Sofija mit ihrer Familie wohnte, brachten Separatisten unter eigene Kontrolle. Die Familie musste damals wegfahren, denn wegen ihrer pro-ukrainischen Ansichten <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">wurden sie von den Nachbarn denunziert<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">. Diesmal hat Sofija nicht vor, Kyjiw zu verlassen. Sie glaubt, man brauche sie hier.<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-weight: 400;\">\u201cWenn alle fliehen, dann bleiben Menschen ohne Hilfe,\u201d \u00fcberlegt sie ganz ruhig.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\"> \u201cIch hatte keine Angst, dass ich irgendwohin fliehen muss. Auch 2014, als es im Donbass aktive Kampfhandlungen gab, waren wir zu Hause. Wir haben uns ebenso in den Kellern versteckt und sind dann morgens zur Arbeit gegangen. Freunde fordern uns auf, in die Westukraine oder ins Ausland zu fahren. Sie bieten uns Unterk\u00fcnfte, aber jetzt braucht man mich hier. Ich bleibe mit meiner Familie in Kyjiw. So ist es f\u00fcr mich emotionell einfacher.\u201d<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Sofija hat keine Angst, zur Arbeit begleitet <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">von Schussger\u00e4uschen<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"> zu gehen. Viel schwieriger ist es f\u00fcr sie, in den Nachrichten zu sehen, wie russische Soldaten friedliche Einwohner t\u00f6ten, Kinder zu Waisen machen, St\u00e4dte zerst\u00f6ren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Arbeit lenkt Sofija ab, sie macht, was sie gut machen kann \u2014 sie behandelt kranke Menschen. Der Gedanke, dass die Ukrainer auf dem eigenen Boden sind und deshalb siegen werden, ist beruhigend. Au\u00dferdem findet man bei den Katzen und Hunden Unterst\u00fctzung.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u00a0Sofija tr\u00e4umt von dem Sieg der Ukraine, davon, dass die Verteidiger lebendig und gesund nach Hause zur\u00fcckkehren. Dar\u00fcber hinaus will sie in Urlaub gehen. Sie sagt: \u201cIch will nirgendwohin fahren. Ich will einfach mit meiner Familie zu Hause sein, mich entspannen. Ich will mich blo\u00df ausschlafen. Ich m\u00f6chte einmal h\u00f6ren, dass die Ukraine gewonnen hat \u2014 dann werde ich mich erholen.\u201d<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Illustrated by Sophia Tomilenko Sofija (aus Sicherheitsgr\u00fcnden hat sie gebeten, ihren Familiennamen nicht anzugeben) aus Kyjiw beantwortet einen Anruf in der Arbeit. Sie ist 30 und Familien\u00e4rztin von Beruf. 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