{"id":241200,"date":"2022-03-09T14:54:14","date_gmt":"2022-03-09T14:54:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/?p=241200"},"modified":"2022-03-18T15:36:43","modified_gmt":"2022-03-18T15:36:43","slug":"alina-charkiw-lwiw","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/de\/alina-charkiw-lwiw\/","title":{"rendered":"\u201cDie sechsj\u00e4hrigen Kinder k\u00f6nnen bereits die Ger\u00e4usche der Raketenwerfer \u201cGrad\u201d und \u201cSmertsch\u201d unterscheiden\u201d, Alina, Charkiw \u2014 Lwiw"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Alina und ihre sechsj\u00e4hrige Tochter Kamila kommen aus Charkiw, ihr Haus steht am Rande des historischen Viertels Cholodna Hora. In der N\u00e4he befindet sich eine Panzerfabrik, eine potentielle Schie\u00dfscheibe f\u00fcr feindlichen Beschuss. Als der Krieg ausbrach, nahm Alina eine Tasche mit dem Notwendigsten mit und zog mit dem Kind zu ihrer Mutter ins Zentrum von Cholodna Hora um. Dort blieben sie drei Tage lang und gingen jede Nacht in den Keller.<\/p>\n<p>Nach dem Beginn des gro\u00dfangelegten Krieges versuchte Alina, die Wahrheit vor ihrer Tochter zu verbergen. Wenn sie ins Versteck in der U-Bahn gingen, erkl\u00e4rte sie ihr, dass das eine \u00dcbung vor einer Wanderung oder eine Jackenparty w\u00e4re.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-241156 size-large\" src=\"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/img_0409-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/img_0409-980x653.jpg 980w, https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/img_0409-480x320.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw\" \/><\/p>\n<p>\u201cEs krachte ununterbrochen\u201d, erinnert sich Alina. \u201cIn der letzten Nacht in Charkiw, gegen vier Uhr ist eine Rakete \u00fcber unserem Haus geflogen. Von der Welle vibrierte alles. Die Rakete schlug circa 500 Meter von uns entfernt ein. Bei der Schule, in die wir gehen wollten.\u201d Die Frau war gleich bereit, die Stadt mit dem Kind zu verlassen, doch die Mutter konnte es lange nicht wagen. Aber nach der Explosion der Rakete bestand kein Zweifel mehr.<\/p>\n<p>Alina packte ihre Sachen in eine noch kleinere Tasche um, damit man sie einfacher tragen kann, und lief zusammen mit ihrer Mama und ihrer Tochter zum Bahnhof. Dort schlossen sich ihnen ihre Nichte und die Schwester der Mutter an. 15 Minuten sp\u00e4ter kam der Evakuierungszug an. \u201cWir sind in einem Abteil mit 20 anderen Menschen gefahren. Das Kind konnte 24 lang nicht aufstehen und hat nur einen Joghurt gegessen. Ein Brot, das in der Tasche war, konnten wir nicht holen\u201d, erz\u00e4hlt Alina. Ihr Bruder blieb, um Charkiw zu verteidigen.<\/p>\n<blockquote><p>\u201cWir sind in einem Abteil mit 20 anderen Menschen gefahren. Das Kind konnte 24 lang nicht aufstehen und hat nur einen Joghurt gegessen. Ein Brot, das in der Tasche war, konnten wir nicht holen.\u201d<\/p><\/blockquote>\n<p>Derzeit lebt Alina in einem Fotostudio, das als eine Unterkunft f\u00fcr M\u00fctter mit kleinen Kindern eingerichtet wurde. Jetzt hat sie keine Pl\u00e4ne f\u00fcr die Zukunft. M\u00f6glicherweise w\u00fcrde sie nach Polen fahren. Aber momentan hat sie Angst zum Bahnhof zu gehen, da das Kind in der Menschenmenge sterben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>In den friedlichen Zeiten arbeitete Alina auf einem Markt, wo sie Backformen f\u00fcr Kuchen, L\u00f6ffel, Gabeln und andere Dinge f\u00fcr den h\u00e4uslichen Komfort verkaufte. In Charkiw hinterlie\u00df sie sowohl die Arbeit, als auch die Wohnung. In der Stadt gibt es keine Strom- und Wasserversorgung, Lebensmittel gehen zu Neige und die Menschen sitzen in den Kellern. Der Markt, auf dem die Familie Brot vor der Abreise kaufte, ist bereits zerst\u00f6rt. Genauso wie das Nachbarhaus, neben welchem Kamila im Sandkasten spielte.<\/p>\n<p>Alina telefoniert t\u00e4glich mit Freunden und Bekannten in Charkiw. Viele von ihnen fuhren nach Poltawa, manche zogen an den Stadtrand um und manche sind dort geblieben. Die sechsj\u00e4hrigen Kinder ihrer Freundin k\u00f6nnen bereits die Ger\u00e4usche der Raketenwerfer \u201cGrad\u201d und \u201cSmertsch\u201d unterscheiden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-241170 size-large\" src=\"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/img_0417-1-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/img_0417-1-980x653.jpg 980w, https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/img_0417-1-480x320.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw\" \/><\/p>\n<p>Durchzuhalten helfen Alina die Verwandten, die mit ihr die Stadt verlie\u00dfen. Jedoch macht sich die Frau Sorgen um ihren Bruder. Au\u00dferdem erinnert sie sich, dass sie vor dem Krieg mit der Tochter ins Theater und in den Zirkus gehen wollte, schaffte aber das alles nicht. In Lwiw war sie von der gro\u00dfen Autoanzahl \u00fcberrascht. Schlie\u00dflich schauten die Leute im milit\u00e4rischen Charkiw, wenn ein Auto vorbeifuhr, sofort aus dem Fenster, um zu sehen, wer da fuhr.<\/p>\n<p>Bald feiert Kamila ihren Geburtstag. Das Geschenk ist zu Hause in Charkiw geblieben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Alina und ihre sechsj\u00e4hrige Tochter Kamila kommen aus Charkiw, ihr Haus steht am Rande des historischen Viertels Cholodna Hora. In der N\u00e4he befindet sich eine Panzerfabrik, eine potentielle Schie\u00dfscheibe f\u00fcr feindlichen Beschuss. Als der Krieg ausbrach, nahm Alina eine Tasche mit dem Notwendigsten mit und zog mit dem Kind zu ihrer Mutter ins Zentrum [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":23,"featured_media":241142,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[65],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/241200"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/23"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=241200"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/241200\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":241230,"href":"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/241200\/revisions\/241230"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/241142"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=241200"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=241200"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=241200"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}