{"id":241882,"date":"2022-03-02T19:39:56","date_gmt":"2022-03-02T19:39:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/i-only-feel-hatred-towards-the-people-who-do-this-diana-22-kharkiv\/"},"modified":"2022-03-19T20:31:07","modified_gmt":"2022-03-19T20:31:07","slug":"i-only-feel-hatred-towards-the-people-who-do-this-diana-22-kharkiv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/de\/i-only-feel-hatred-towards-the-people-who-do-this-diana-22-kharkiv\/","title":{"rendered":"\u201eIch versp\u00fcre nur Hass gegen\u00fcber den Menschen, die das machen\u201c, Diana, 22, Charkiw"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Illustrated by <span style=\"font-weight: 400;\">Anna Osadchuk<\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Diana, 22 Jahre alt, kommt aus Wolnowacha, einer Stadt im Donezk Gebiet, wo jetzt \u201eMenschen \u2013 so kann man sagen \u2013 lebendig begraben werden\u201c. Vor einigen Jahren ist die junge Frau nach Charkiw gezogen, um dort zu studieren. Nun ist die Lage in Charkiw kritisch, und das schon seit vier Tagen. Diana und ihr Freund sitzen in ihrer Wohnung, die am Stadtrand liegt. Die beiden verstecken sich vor den Besch\u00fcssen mit ihren zwei Katzen im Badezimmer.\u00a0<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-weight: 400;\">\u201eWir wollen nicht wegfahren. Ich bleibe in Charkiw, solange ich mein Haus habe, solange wir einen Ort haben, wo wir wohnen k\u00f6nnen\u201c, so Diana. Sie k\u00f6nne es nicht begreifen, dass ihr 16-st\u00f6ckiges Wohnhaus immer noch nicht getroffen worden sei.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">In den letzten Tagen wurde Charkiw zu einem der Brennpunkte im russisch-ukrainischen Krieg. Die Besatzer beschie\u00dfen die Wohnbezirke der Stadt. Am 1. M\u00e4rz, am Morgen, haben zwei Raketen das Geb\u00e4ude der staatlichen Gebietsverwaltung in Charkiw getroffen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Das Geb\u00e4ude liegt am Swoboda-Platz (\u201ePlatz der Freiheit\u201c), dem gr\u00f6\u00dften Platz der Stadt. Nach Angaben des Staatlichen Dienstes f\u00fcr Notsituationen der Ukraine seien mindestens zehn Personen get\u00f6tet und \u00fcber 20 Personen verletzt bzw. verwundet worden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Als Diana \u00fcber diesen Beschuss des Swoboda-Platzes, des Stadtzentrums und ihres Symbols erfahren hat, war sie schockiert. Jedoch habe sie keine Entt\u00e4uschung bzw. innere Leere wegen des Verrats der \u201cBr\u00fcder\u201d versp\u00fcrt, da sie keine Illusionen bez\u00fcglich Russlands hatte. \u201cIch habe einfach einen Beweis f\u00fcr meine Gedanken bekommen. Ich versp\u00fcre nur Hass gegen\u00fcber den Menschen, die das machen\u201d, erkl\u00e4rt sie.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Das Leben von Diana und ihrem Freund, wie von vielen anderen Menschen in der Ukraine, beschr\u00e4nke sich mittlerweile auf eine kurze Liste von Aktionen: aufwachen (wenn man \u00fcberhaupt geschlafen hat), Eltern und Freunde anrufen, etwas essen, danach endlos die Nachrichten surfen und auf den n\u00e4chsten Tag warten. Die Lebensmittel h\u00e4tte das Paar noch f\u00fcr etwa zehn Tage, das Trinkwasser gibt es noch, aber danach m\u00fcssten sie nur mehr Leitungswasser trinken.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">In Dianas Heimatstadt Wolnowacha verschlechtert sich die Situation t\u00e4glich. Die Stadt ist nur einen Schritt von der humanit\u00e4ren Katastrophe entfernt. Wie durch ein Wunder sei es der Familie der jungen Frau gelungen, die Stadt zu verlassen und in den benachbarten Bezirk auszuwandern.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u201cDie Rettung kommt nicht mehr. Es gibt keinen Strom, kein Wasser, keine Heizung. Alle sagen, dass das die Schuld der lokalen Verwaltung sei, aber dort gibt es auch keine lokale Verwaltung mehr. Sie arbeitet nicht mehr! Die Menschen sitzen hier fest, so wie sie vorher fest gesessen sind. Fl\u00fcchten konnten nur diejenigen, die ein eigenes Auto besitzen (erz\u00e4hlt sie weinend). Meine Freundin hatte keines. Ihr Onkel, der mit ihr im Keller gewartet hatte, wollte nach einem Bus suchen, um die Menschen zu evakuieren, und ist unter Beschuss geraten. Ich wei\u00df nicht, ob er noch am Leben ist\u2026\u201d<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Abgesehen von allem bleibt Diana optimistisch und hat bereits Pl\u00e4ne f\u00fcr das Leben nach dem Sieg. \u201cWir haben uns entschieden, ein Tattoo machen zu lassen &#8211; eine jetzt ziemlich bekannte Phrase \u00fcber das russische Schiff.\u201d<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">An den Sieg der Ukraine glaubt die junge Frau von ganzem Herzen. \u201cDie Ukraine war noch nie so einig, wie heute. Ich bin \u00fcberzeugt, dass alles gut sein wird, dass wir durchhalten und dass unser Leben zur\u00fcckkehrt. So als ob es auch keinen Krieg gegeben h\u00e4tte\u2026\u201d<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Illustrated by Anna Osadchuk Diana, 22 Jahre alt, kommt aus Wolnowacha, einer Stadt im Donezk Gebiet, wo jetzt \u201eMenschen \u2013 so kann man sagen \u2013 lebendig begraben werden\u201c. 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