{"id":242561,"date":"2022-03-05T12:28:44","date_gmt":"2022-03-05T12:28:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/i-cried-because-i-didnt-want-to-leave-the-country-where-such-nice-people-live-marianna-24-lviv\/"},"modified":"2022-03-22T14:11:17","modified_gmt":"2022-03-22T14:11:17","slug":"i-cried-because-i-didnt-want-to-leave-the-country-where-such-nice-people-live-marianna-24-lviv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/de\/i-cried-because-i-didnt-want-to-leave-the-country-where-such-nice-people-live-marianna-24-lviv\/","title":{"rendered":"\u201eIch habe geweint, weil ich ein Land, in dem es so gute Menschen sind, nicht verlassen wollte\u201d, Marianna, 24, Lwiw"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Marianna ist 24. Am Morgen, den 24. Februar, wachte sie in ihrer Wohnung in Lwiw auf und wollte den 6-monatigen Sohn Taras stillen. Von Nachrichten erfuhr sie, dass Russland eine gro\u00df angelegte Invasion begonnen hatte. \u201eIch vergesse nie diesen Augenblick: ich stille meinen Sohn und weine: es ist mir klar, dass der Krieg uns erreicht hat\u201c, &#8211; sagt die junge Frau.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Als sie aber mit ihrem Kind spazieren ging, begriff sie, wie ernst die Situation war: im Stadtzentrum von Lwiw gab es nur ein Caf\u00e9, wo man Kaffee bestellen konnte \u2013 die anderen waren geschlossen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Vor kurzem lie\u00df sie f\u00fcr Taras einen Reisepass ausstellen \u2013 so einfach f\u00fcr die Zukunft, also die Entscheidung f\u00fcr die Ausreise schien klar zu sein. Doch die M\u00e4nner im wehrf\u00e4higen Alter durften nicht nach Ausland fahren, und Marianna traf die Entscheidung, nicht auszureisen. H\u00e4tte sie kein Kleinkind, w\u00fcrde sie auch selbst k\u00e4mpfen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Sie \u00e4nderte ihre Meinung nachdem sie sich zum ersten Mal im alten staubigen Luftschutzbunker verstecken sollte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u201eMir wurde klar, dass meine Priorit\u00e4t mein Sohn und nicht mein Wunsch zu k\u00e4mpfen ist. Weil jetzt ein anderes Leben von mir abh\u00e4ngt\u201c. Darum machte sich die Familie auf den Weg. Der Grenz\u00fcbertritt war sehr schwierig. Das Auto blieb in einem Stau vor der polnischen Grenze stecken.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-240619 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/img_20220305_123530_718-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Dann wickelte Marianna ihren Sohn in alles, was sie hatte, versteckte ihn unter ihrer Jacke und ging mit ihrer Familie 22 Kilometer in der K\u00e4lte zu Fu\u00df. Die Menschen in den H\u00e4usern auf beiden Seiten der Stra\u00dfe richteten Heizstationen ein, richteten hei\u00dfen Tee und Speisen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u201eIch habe geweint, weil ich ein Land, in dem es so gute Menschen sind, nicht verlassen wollte\u201c, erinnert sich Marianna.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Einen Kilometer vor der Grenze verabschiedete sie sich von ihrem Mann: von hier aus fuhr ein Bus f\u00fcr M\u00fctter mit Kindern, aber es war nicht einfach, dorthin zu gelangen. Manche standen einige Tage in der Schlange. Marianna stand 5 Stunden da, als jemand fragte, ob zwei oder drei Monate alte Kinder in der Schlange seien. Marianna rannte. Ein Fremder brachte ihre Sachen: einen Kinderautositz, einige Sachen ihres Sohnes, Geld und Dokumente.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u201eIch habe noch ein paar Fotos gemacht, weil ich nicht wusste, ob ich meinen Mann und meine Eltern wiedersehen w\u00fcrde. Ich war sehr verzweifelt, aber ich habe einfach versucht, mich festzuhalten und nicht zu weinen\u201c.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Auf polnischer Seite bekam die Frau ein Zimmer, damit sie das Kind stillen und aufw\u00e4rmen konnte. Man fragte, wo ihre Sachen seien, aber sie wusste nicht, wie sie erkl\u00e4ren sollte, dass alles auf dem Weg zur Grenze am Stra\u00dfenrand liegt.<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-240633 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/img_20220305_123532_928-300x256.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"256\" \/><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-weight: 400;\">\u201eMeine Bekannten haben mich von der Grenze abgeholt. Zuerst scherzte ich im Auto und war aktiv. Und dann fing ich einfach an zu zittern, wie bei Epilepsie. Ich habe pl\u00f6tzlich gesp\u00fcrt, wie kalt mir ist, wie schlecht es mir geht\u2026 Ich habe mir das vorher nicht erlaubt\u201c.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Marianne sei jetzt in Sicherheit. Polen leiste Rechtsbeistand f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge, und die junge Frau k\u00f6nne m\u00f6glicherweise arbeiten, wenn der Krieg weitergeht. Aber sie tr\u00e4ume vom Sieg und der wirtschaftlichen Entwicklung der Ukraine: sie wolle unbedingt nach Hause zur\u00fcckkehren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u201eMeine gr\u00f6\u00dfte Angst ist der Verlust meiner Familie, die in der Ukraine geblieben ist. Denn dieser Krieg hat uns gelehrt, dass Menschenleben das Wertvollste ist, was wir haben, und alles Materielle keine Bedeutung hat\u201c.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Marianna ist 24. Am Morgen, den 24. Februar, wachte sie in ihrer Wohnung in Lwiw auf und wollte den 6-monatigen Sohn Taras stillen. 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