{"id":242566,"date":"2022-03-07T20:01:57","date_gmt":"2022-03-07T20:01:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/with-this-war-i-realized-that-really-we-plan-god-laughs-natasha-23-bar-vyshhorod-kyiv-region\/"},"modified":"2022-03-22T14:19:24","modified_gmt":"2022-03-22T14:19:24","slug":"with-this-war-i-realized-that-really-we-plan-god-laughs-natasha-23-bar-vyshhorod-kyiv-region","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/de\/with-this-war-i-realized-that-really-we-plan-god-laughs-natasha-23-bar-vyshhorod-kyiv-region\/","title":{"rendered":"\u201cDieser Krieg hat mich verstehen lassen, dass sich Gott wirklich \u00fcber unsere Pl\u00e4ne lustig macht\u201d, Natascha, 23, Bar \u2012 Wyschhorod, Kyiw Region"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Natascha (Nata) Nahajewska, 23 Jahre alt, ist Kulturmanagerin, Kritikerin und Mitgr\u00fcnderin der Galerie &#8222;Garage-33&#8220;. Sie ist im historischen St\u00e4dtchen Bar in der Oblast Winnyzja aufgewachsen und arbeite derzeit in Kyjiw mit der Bildhauerin Marija Kulikowska zusammen, die nach der Krim-Besatzung dorthin umgezogen sei.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Am Abend des 23. Februar fuhr Nata von Winnyzja nach Kyjiw, um sich dort mit bekannten Bildhauern zu treffen. Anfang April werde die junge Frau die Ausstellung unter Beteiligung der Union der Bildhauer betreuen. Um 11 Uhr morgens h\u00e4tten die Kollegen die Konzeption in der Galerie &#8222;Mytets&#8220; (&#8222;K\u00fcnstler&#8220; auf Ukr.) am Lew-Tolstoj-Platz besprechen und \u00fcberpr\u00fcfen sollen, ob der Galerieraum geeignet w\u00e4re, und sich \u00fcberlegen sollen, wie man die Idee verwirklichen k\u00f6nnte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ein paar Stunden sp\u00e4ter begann der Krieg.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u201cIch bin gegen halb f\u00fcnf durch die Explosionen in Browary aufgewacht. Hier in Wyschhorod war der ganze Himmel rot dadurch. Um acht Uhr morgens hat mich der Bildhauer Petro Hronskyj angerufen und gesagt, dass das Treffen selbstverst\u00e4ndlich abgesagt und auf unbestimmte Zeit verlegt wird. Wir haben einander viel Kraft und Ruhm der Ukraine gew\u00fcnscht!\u201d In den ersten Minuten spielten die Emotionen verr\u00fcckt\u201d.<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-weight: 400;\">\u201cErstmal kam die Orientierungslosigkeit. Es war nicht klar, wie nah es kracht. Wir wussten nicht, was wir machen, wohin wir laufen sollten. Danach kam die Angst, die Versuche, die Tr\u00e4nen zur\u00fcckzuhalten, Verwirrung, obsz\u00f6ne Lexik. Konzentration, Entschlossenheit im Handeln und Kontrolle \u00fcber die Emotionen kamen erst sp\u00e4ter und kommen noch immer.\u201d<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Nata blieb bei der Familie des Bruders ihrer Mutter in Wyschhorod. Jetzt versuche sie der d\u00fcsteren Realit\u00e4t zu entkommen, indem sie an ihrer \u201cFront\u201d arbeitet, beispielsweise Marija Kulikowska bei Aktionen zur Unterst\u00fctzung ukrainischer K\u00fcnstler und Galerien helfe. Sie unternahm auch Versuche, ein Tagebuch zu f\u00fchren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u201cDie Ruhe in Wyschhorod ist be\u00e4ngstigend. Bis jetzt gab es nur zweimal Alarm. Die Fenster sind nachts in vielen Wohnungen beleuchtet, was davon zeugt, dass dort Menschen leben. Die Menschen sind ruhig, die Autos fahren. In den ersten Tagen sowie heute waren Explosionen zu h\u00f6ren: aus der Richtung von Butscha, Hostomel, Irpin. Aber es ist sehr schwierig, nach Kyjiw zu kommen, weil da K\u00e4mpfe dauern.\u201d<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Eine Woche nach der russischen Invasion begann die junge Frau, sich vor den Kr\u00e4hen zu f\u00fcrchten, denn sie erinnern sie an die Bomben. Das H\u00f6ren wurde pr\u00e4ziser. Jetzt h\u00f6re sie jedes Rascheln, Bellen, Klopfen und Pochen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u201cIch habe verstanden, warum man nach 2014 Feuerwerke verboten hat. Jetzt ist mir klar, dass ich, wenn alles vorbei ist, nicht mehr in einer Welt leben k\u00f6nnte, wo Feuerwerke knallen. Jegliche Gef\u00fchle und \u00c4ngste haben sich verst\u00e4rkt. Aber die Hoffnung stirbt nicht.\u201d<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">In den ersten Kriegstagen war es nicht m\u00f6glich, Wyschhorod zu verlassen. Natascha wollte nicht im panischen Stau auf der Stra\u00dfe stehen. Jetzt warte sie auf ein Auto aus Winnyzja, um nach Hause zur\u00fcckzukehren. Sie eilt zu ihrer Familie, jedoch hat sie trotz Einladungen nicht vor, ins Ausland auszuwandern. Das Auto kann sie bereits seit \u00fcber zwei Tagen nicht erreichen. \u201cDieser Krieg hat mich verstehen lassen, dass sich Gott wirklich \u00fcber unsere Pl\u00e4ne lustig macht. Ich m\u00f6chte, sobald das alles zu Ende ist, den ukrainischen Geist, die Kunst f\u00f6rdern\u2026 Das ist eben das, was ich machen kann. Ich habe nachgedacht und habe mich noch einmal versichert, wie sehr ich die Menschen in meiner Umgebung liebe und wie sehr ich es mir w\u00fcnsche, dass unsere Kultur nach diesem Krieg floriert. Ich glaube, dass Europa uns neue Wege er\u00f6ffnet. Wir wecken bereits jetzt Interesse. Dies sollten wir n\u00fctzen.\u201d<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Natascha (Nata) Nahajewska, 23 Jahre alt, ist Kulturmanagerin, Kritikerin und Mitgr\u00fcnderin der Galerie &#8222;Garage-33&#8220;. Sie ist im historischen St\u00e4dtchen Bar in der Oblast Winnyzja aufgewachsen und arbeite derzeit in Kyjiw mit der Bildhauerin Marija Kulikowska zusammen, die nach der Krim-Besatzung dorthin umgezogen sei. Am Abend des 23. 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