{"id":242568,"date":"2022-03-05T10:34:29","date_gmt":"2022-03-05T10:34:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/i-want-to-defend-my-land-work-as-much-as-i-can-i-want-to-fight-aliona-27-sumy\/"},"modified":"2022-03-22T14:21:36","modified_gmt":"2022-03-22T14:21:36","slug":"i-want-to-defend-my-land-work-as-much-as-i-can-i-want-to-fight-aliona-27-sumy","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/de\/i-want-to-defend-my-land-work-as-much-as-i-can-i-want-to-fight-aliona-27-sumy\/","title":{"rendered":"\u201cIch will mein Land verteidigen. Ich will m\u00f6glichst viel arbeiten. Ich will k\u00e4mpfen\u201d, Aljona, 27, Sumy"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Aljona wohnt in der Stadt Sumy mit ihrem Mann und ihrer Katze. Sie ist 27, \u00dcbersetzerin, Nachhilfelehrerin und Redakteurin bei einer englischsprachigen Wirtschaftszeitschrift. Vom Krieg habe sie per Telefon erfahren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">An den 24. Februar hat sie folgende Erinnerungen: &#8222;Gegen halb sechs Uhr morgens hat ein Freund meinen Mann angerufen: Er sagte, dass das Kind nicht in den Kindergarten gehen solle und dass an der Grenze Panzer stehen w\u00fcrden. Meine Eltern wohnen unweit der Grenze, im Schostka Kreis. Da habe ich angefangen, alle anzurufen.&#8220;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Das Gebiet Sumy hat eine ung\u00fcnstige Lage. Russische Okkupanten bombardieren und beschie\u00dfen Sumy und umliegende Ortschaften vernichtend. Trotzdem bleibt Aljona mit ihrer Familie.<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-weight: 400;\">&#8222;Ich bin nicht ausgereist. Ich hatte nicht einmal solchen Gedanken, denn ich will mein Land verteidigen. Ich will k\u00e4mpfen.&#8220;<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Allerdings sei es jetzt auch nicht so einfach, Sumy zu verlassen. Jeden Tag bestehe Gefahr eines Luftangriffs oder Artilleriebeschusses. Neulich haben die russischen Truppen ein ziviles Auto im Vorort beschossen. Drinnen war eine Familie mit drei Kindern, darunter ein S\u00e4ugling. Die Frau habe nicht \u00fcberlebt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Wie Aljona erz\u00e4hlt, gab es in den ersten Tagen lange Schlangen vor Geldautomaten, Apotheken und Lebensmittelgesch\u00e4ften. Danach haben sich alle zusammengerafft und angefangen, Molotowcocktails zuzubereiten, Kleidung f\u00fcr die territoriale Verteidigung und ukrainische Symbolik zu n\u00e4hen, Panzersperren zusammenzuschwei\u00dfen. Man druckt Flugbl\u00e4tter mit dem Text &#8222;Die Stadt Sumy h\u00e4lt durch&#8220;, h\u00e4ngt ukrainische Fahnen. In Viber und Telegram wurden Gruppen f\u00fcr die gegenseitige Hilfe erstellt: &#8222;In diesen Tagen kann ich eins sehen: Die Menschen haben sich vereint.&#8220;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Zurzeit besteht in Sumy ein dringendes Bed\u00fcrfnis nach Medikamenten, besonders f\u00fcr Notfallsituationen. Aljona sammelt Listen und sucht bei den Menschen und in den Apotheken nach dem Notwendigen. Heute gibt es z.B. Spray gegen Halsschmerzen, Cholesterinsenker, Augentropfen. Alles andere fehlt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Freiwillige Arbeit geh\u00f6rt zur Tagesordnung. Wegen des Kriegs k\u00f6nne Aljona keine Nachhilfestunden mehr geben. Deshalb fokussierte sie sich auf die Zeitschrift und den Austausch mit Ausl\u00e4ndern. Im Namen der Staatlichen Universit\u00e4t Sumy schreibe sie Briefe an die ausl\u00e4ndischen Partner und Wissenschaftler. Sie teile ihnen gepr\u00fcfte Informationen \u00fcber die Ukraine mit. &#8222;Mein Tag f\u00e4ngt damit an, dass ich meine Verwandten anrufe und frage, ob alles in Ordnung ist. Die Sorge um sie ist allgegenw\u00e4rtig. Ich habe Verwandte nicht nur im Sumy Gebiet, sondern auch in Kyjiw, Charkiw. In Charkiw ist es kompliziert, da ist eine Freundin von mir mit einem kleinen Kind, und es gibt keine Verbindung mit ihnen. Ich wei\u00df nicht, wie ich helfen kann.&#8220;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Aljona erz\u00e4hlt, sie habe nun eine neue Gewohnheit &#8211; die st\u00e4tige Bereitschaft, jederzeit mit den Sachen und der Katze in den Luftschutzbunker zu laufen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">&#8222;Erste Abende haben wir in Luftschutzr\u00e4umen verbracht. Keine Rede von dem vollwertigen Schlaf. Es passiert, dass wir morgens gleich in den Schutzraum m\u00fcssen. Man verfolgt die ganze Zeit die Nachrichten, zuckt wegen der Ger\u00e4usche auf der Stra\u00dfe zusammen. Dann kehre ich zu meinen beruflichen Pflichten zur\u00fcck. Jetzt m\u00f6chte ich m\u00f6glichst viel arbeiten, solange wir noch Strom und Internetverbindung haben.&#8220;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Mit dem Krieg zurechtzukommen hilft der Kontakt zu den Verwandten, der Haushalt. Besonders die Zubereitung des Mittagessens, das Aufr\u00e4umen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">&#8222;Im vollen Umfang, wie fr\u00fcher, kann ich all das nicht mehr tun. Ich bin beunruhigt. Ich nehme keine Beruhigungsmittel ein, aber ich rette mich durch die Arbeit, durch das Alltagsleben. Mein Mann beruhigt mich, und ich beruhige ihn&#8230; So leben wir. Au\u00dferdem rettet uns der Wunsch, jemandem zu helfen, wie wir k\u00f6nnen.&#8220;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Aljona glaubt an den Sieg der Ukraine. Antwortet, dass dies der erste Punkt in ihrem Plan f\u00fcr die n\u00e4chste Zukunft ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">&#8222;Ich kenne sonst keine so starke Nation. Ich habe vor, Kinder zu geb\u00e4ren, in der Ukraine zu leben. Ich will nicht weggehen. Ich wei\u00df nicht, wie die Situation sein wird, aber ich werde mein Land verteidigen, ihm helfen, wo es notwendig ist. Ich bin \u00fcberzeugt, dass uns eine bunte Zukunft erwartet.&#8220;<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Aljona wohnt in der Stadt Sumy mit ihrem Mann und ihrer Katze. Sie ist 27, \u00dcbersetzerin, Nachhilfelehrerin und Redakteurin bei einer englischsprachigen Wirtschaftszeitschrift. Vom Krieg habe sie per Telefon erfahren. An den 24. 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