{"id":242570,"date":"2022-03-05T11:30:52","date_gmt":"2022-03-05T11:30:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/yuliia-kabanets\/"},"modified":"2022-03-22T14:24:09","modified_gmt":"2022-03-22T14:24:09","slug":"yuliia-kabanets","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/de\/yuliia-kabanets\/","title":{"rendered":"\u201cMich packt die reinste Wut auf die Okkupanten\u201d, Yuliia Kabanetz, Donezk-Kyjiw"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u201cIch komme aus Donezk, so kommt Russland nun schon zum zweiten Mal, um mein Haus zu besetzen\u201d, so die 24-j\u00e4hrige Julija Kabanets, Kyjiws Einwohnerin. In der Hauptstadt arbeitete sie als Kommunikationsmanagerin des analytischen Zentrums <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Cedos<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Im Jahre 2014 absolvierte Yuliia die Schule in der damals schon von Russland besetzten Heimatstadt Donezk. Um die <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">\u00c4u\u00dfere Unabh\u00e4ngige Bewertung<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> (Pr\u00fcfungen f\u00fcr die Immatrikulation) abzulegen, fuhr sie mit Eltern in das von ukrainischen Truppen kontrollierte Gebiet.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">&#8222;Wir sind nach Lwiw am 28. Juni, am Tag der Verfassung der Ukraine, gekommen. \u00dcberall gab es ukrainische Flaggen. Wir haben so was schon seit langem nicht gesehen, wollten alle diesen Flaggen umarmen&#8220;, erw\u00e4hnt Julija. Der Zug, mit dem ihre Familie ausgereist ist, war einer der letzten. Bis zum Herbst konnten sie schon nach Hause nicht zur\u00fcckkehren &#8211; dort waren Gefechte, und Blockstellen waren zu.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Am 24. Februar, als Russland den ausgewachsenen Angriff auf das Territorium der Ukraine begonnen hat, war Juliia und ihre Freunde erschrocken und verwirrt. Durch Stress konnte sie nicht essen und schliefen sie nur abwechselnd &#8211; \u201cjemand hatte st\u00e4ndig den Dienst, damit wir die Luftschutzsirenen nicht verpassten und rechtzeitig zu dem Luftschutzbunker gelangen. Ich erwartete nicht, dass das passiert, aber war auch nicht zu erschrocken, da ich das alles schon im Jahre 2014 gesehen habe&#8220;, sagt die Frau.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-240519 size-large\" src=\"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/img_20220301_154447-1024x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/img_20220301_154447-980x981.jpg 980w, https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/img_20220301_154447-480x481.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Am n\u00e4chsten Tag, nach dem Ende der Ausgangssperre entschied sich Julija mit ihrer Freundin die Stadt zu verlassen, um die M\u00f6glichkeit haben, zu helfen, dar\u00fcber zu sprechen, was geschieht, anstatt in dem Luftschutzbunker zu sitzen. Noch vor dem Beginn des Krieges hat Yuliia den kleinen Rucksack gepackt, wo sie Unterlagen, Laptop, ein paar T-Shirts und Pullover reintat. Damit hat sie sich auch auf den Weg zum Bahnhof gemacht. In die Evakuierungsz\u00fcge konnten alle Interessenten geraten, ohne Tickets. Wegen Gedr\u00e4nge und Chaos haben M\u00e4dchen den falschen Zug genommen, als sie vorher geplant haben. Dennoch gelangten sie zu den Eltern von Julijas Freundin, die in Ternopil Gebiet, im Westen des Landes, wohnen.\u00a0<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-weight: 400;\">&#8222;Hier ist es ein bisschen ruhiger&#8220;, erz\u00e4hlt Julija und setzt fort. &#8222;Heute wurden wir nicht von den Sirenen geweckt, wir haben uns in den Luftschutzbunkern nicht versteckt. Das ist ein sehr gl\u00fccklicher Tag, ich w\u00fcnsche an alle einen solchen Tag&#8220;.\u00a0<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Den gr\u00f6\u00dften Angst habe Julija f\u00fcr die Ihrigen. F\u00fcr die Mutter, die in dem Frontgegend in Donezk Gebiet wohnt, n\u00e4mlich in Volnovakha, und nahe an die humanit\u00e4re Krise ist. Und f\u00fcr diejenigen, die sich auf den besetzten Territorien bleiben. Sie habe Angst, dass Putin den Nuklearwaffen einsetzt und damals alle Tr\u00e4ume \u00fcber freie, sch\u00f6ne, demokratische Ukraine mit dem Radiationspilz bedeckt werden. &#8222;Dar\u00fcber hinaus bin ich b\u00f6se wie ein Teufel. Mich packt die reinste Wut auf die Okkupanten&#8220;, f\u00fcgt Yulija hinzu. Momentan helfe Julija bei der M\u00f6glichkeit den Sch\u00fctzern der Ukraine, indem sie Molotowcoctail mache und Schutznetze flechte. Sie sagt, dass es angenehm sei, den Besetzer aktiven Widerstand zu leisten und zu sehen, wie viele Leute alles machen, was in ihren Kr\u00e4ften ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">&#8222;Wir alle freuen uns, wenn wir tote russische Soldaten sehen. Und es tut mir nicht leid, ich empfinde Freude&#8220;, gesteht Julija. &#8222;Ich empfand dasselbe 2014. Und sp\u00e4ter, als der \u201cDNR\u201d-Anf\u00fchrer get\u00f6tet wurde&#8220;. Das ist die Radikalisierung der Gesellschaft. Den Tod an russischen Soldaten w\u00fcnschen absolut alle friedliche Einwohner, die im gew\u00f6hnlichen Leben niemanden etwas Schlimmes w\u00fcnschen w\u00fcrden&#8220;.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Wenn es nur sicher wird, habe Julija vor, zur\u00fcck nach Kyjiw zu kommen. Au\u00dferdem tr\u00e4ume sie von dem Sekt auf dem Hauptplatz von Donezk. Dieser Platz tr\u00e4gt noch bisher den Namen von Lenin, aber Julija glaubt, dass die Dekommunisierung auch dorthin kommt.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; \u201cIch komme aus Donezk, so kommt Russland nun schon zum zweiten Mal, um mein Haus zu besetzen\u201d, so die 24-j\u00e4hrige Julija Kabanets, Kyjiws Einwohnerin. 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