{"id":243502,"date":"2022-03-06T18:27:06","date_gmt":"2022-03-06T18:27:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/?p=243502"},"modified":"2022-04-02T14:24:37","modified_gmt":"2022-04-02T14:24:37","slug":"marija-51-berdjansk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/de\/marija-51-berdjansk\/","title":{"rendered":"\u201cDie Russen, wissen es nicht, dass ihre Kinder hier fallen\u201d. Marija, 51, Berdjansk"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Marija Spirina ist eine 51-j\u00e4hrige Gyn\u00e4kologin und Geburtshelferin der Berdjansker Entbindungsklinik. Die ersten drei Tage des Krieges verbrachte sie auf ihrem Arbeitsplatz. Sie habe zusammen mit den anderen \u00c4rzten die Schwangeren und jungen M\u00fcttern aus Berdjansk und naheliegenden D\u00f6rfern aufgenommen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u201eWas uns am meisten gest\u00f6rt hat, ist die Weise, auf die Leute zum Geburtshaus kommen, \u2014 so Marija. &#8211; Viele Leute blieben bis zum letzten Moment zu Hause. Aber am 27.02. hat bei einer Frau die Geburt angefangen, in Landkreis wo es aktiv geschossen wurde (im Dorf Berestowe).<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-240943\" src=\"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/mariya-berdyansk-3-e1647541057374.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"712\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u201eDie Rettungswagen hatten Angst, dahin zu fahren\u201c. Die Mediziner haben es jedoch geschafft die Schwangere ins Geburtshaus zu bringen: ein Auto habe sie zum Kontrollpunkt vor der Stadt Berdjansk gefahren, und ein anderer PKW habe sie zur Klinik gebracht.\u00a0 Die ganzen zwei Stunden wurden ben\u00f6tigt, um diesen 40 Kilometer Weg zu schaffen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Nach dem Kaiserschnitt, um 04:00 Uhr morgens, habe das 1880 Gramm schwere M\u00e4dchen die Welt zum ersten Mal gesehen. Die ver\u00e4ngstigte junge Mutter Hanna hat \u00fcber 1,5 Liter an Blut verloren. Keiner aus ihrer Verwandtschaft konnte aus dem Dorf\u00a0 in die Stadt fahren, um die n\u00f6tigen Sachen und Essen f\u00fcr sie zu \u00fcbergeben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Der Landkreis ist durch feindliche russische Truppen besetzt, in manchen D\u00f6rfern finden die K\u00e4mpfe statt. Die medizinischen Angestellten gaben der Frau Essen, das es im Geburtshaus gab. Und haben f\u00fcrs Baby ein Baby-Box mit den n\u00f6tigen Sachen gespendet. Nach kurzer Zeit erfuhren die Volont\u00e4re von dieser Situation und fingen an, Lebensmittel zu bringen. Anteilnehmende Leute brachten Milch und die Babynahrung vorbei.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-240959\" src=\"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/mariya-berdyansk-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"712\" srcset=\"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/mariya-berdyansk-169x300.jpg 169w, https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/mariya-berdyansk-150x267.jpg 150w, https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/mariya-berdyansk.jpg 480w\" sizes=\"(max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">In den ersten zehn Tagen des Krieges seien 18 Jungen und 6 M\u00e4dchen im Geburtshaus in Berdjansk zur Welt gekommen. Unter diesen Kindern gibt es Zwillinge, die eine Aussiedlerin aus der Oblast Donezk zur Welt gebracht hat. Zur Zeit haben sie noch M\u00f6glichkeiten, die Schwangere aufzunehmen: es gibt genug Oxygen, Medikamente und Lebensmittel, die Apotheke sei auf. Aber was in einer Woche passiert &#8211; das wisse keiner.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">W\u00e4hrend des Luftalarms nehmen die Medizinischen Angestellte die neugeborene Babys und gehen zusammen mit den Frauen in den Keller. Manche \u00c4rzte bleiben bei den Patientinnen nach den schwierigen Operationen in den Hallen zwischen den tragenden W\u00e4nden. Einige Mitarbeiter des Geburtshauses k\u00f6nnen nicht nach Hause ins Dorf fahren, deswegen wohnen sie schon seit ein paar Tagen in der Klinik.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">W\u00e4hrend des Krieges sei Marija nicht nur die Frauen\u00e4rztin, sondern auch eine Art Psychologin. Sie f\u00fchre viele Gespr\u00e4che mit den Patientinnen, sie versuche sie zu beruhigen und erkl\u00e4re, wo es am besten sei, sich w\u00e4hrend der Sch\u00fcsse und den Bombardierungen zu verstecken. St\u00e4ndig muss sie telefonisch die Sprechstunden mit den Schwangeren f\u00fchren und schl\u00e4ft nur 3-4 Stunden am Tag. Der Krieg schockiert Marija.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-240973\" src=\"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/mariya-berdyansk-2-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"712\" srcset=\"https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/mariya-berdyansk-2-169x300.jpg 169w, https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/mariya-berdyansk-2-150x267.jpg 150w, https:\/\/www.warstoriesukraine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/mariya-berdyansk-2.jpg 480w\" sizes=\"(max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Als Charkiw bombardiert wurde, weinte die Frau 4 Tage lang, aber sie musste sich zusammen rei\u00dfen, um ruhig vor den Patientinnen aufzutreten. Marija empfinde eine gro\u00dfe Angst, ihre Liebsten zu verlieren. Die Stadt Wasyliwka, wo ihre Eltern wohnen, ist unter Beschuss der Russen geraten. Seit ein paar Tagen sitzen die alten Leuten ohne Licht und Wasser im Keller, es sei unm\u00f6glich, sie von diesem okkupierten Ort zu evakuieren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u201eIch bin in Russland geboren und als Kind bin ich mit meiner Familie in die Ukraine umgezogen, &#8211; erinnert sich Marija Spirina. &#8211; Meine Nationalit\u00e4t ist Deutsch. Ich hatte die M\u00f6glichkeit, nach Russland und Deutschland zu fahren aber ich kann meine Arbeit nicht verlassen und die Leute nicht im Stich lassen. Jetzt sehe ich die Ukraine als mein Land. Und sch\u00e4me mich so sehr f\u00fcr meine Heimat. Es tut mir leid f\u00fcr die Russen, weil sie es nicht wissen, dass ihre Kinder hier fallen, und sie den Schrecken des Krieges nicht verstehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Aber wenn das Ganze zu Ende ist, werden auch Ihnen die Augen ge\u00f6ffnet werden. Wie werden sie danach leben?<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Marija Spirina ist eine 51-j\u00e4hrige Gyn\u00e4kologin und Geburtshelferin der Berdjansker Entbindungsklinik. Die ersten drei Tage des Krieges verbrachte sie auf ihrem Arbeitsplatz. 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